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Front hält Alan Rouras Rekord-Fahrt leicht auf

13.07.2019


Seit fast 48 Stunden segelt Alan Roura auf La Fabrique im Rekord-Modus auf dem Nordatlantik. Wie ist seine Position? Wie gross ist sein Rückstand auf den Rekord? Wie geht es dem 26-jährigen Genfer? Co-Skipper Sébastien Audigane und Routenplaner Gwénolé Gahinet geben Auskunft zu den wichtigsten Fragen.

Routenplanung: Auf dem Weg zurück auf die direkte Route

Gwénolé Gahinet: «Wir haben durch eine Front, die in der Nacht unmittelbar vor Alan Roura durchgezogen ist, ein wenig Zeit verloren. Normalerweise verliert der Wind hinter einer solchen Front brutal an Stärke, dann wäre der Rekordversuch bereits früh zum Scheitern verurteilt gewesen. Dieses Mal ist das aber glücklicherweise nicht passiert.» 

Sébastien Audigane: «Die Front war zweigeteilt, mit einem Windloch in der Mitte. Alan hatte nach einer kurzen Flaute gleich wieder Aufwind. In ungefähr zwölf Stunden wird der Wind drehen, das Meer wird sich beruhigen. Alan wird dann wieder Geschwindigkeit aufnehmen können und sollte dann auf die direkte Route zurückfinden. So kann er die Front ein- und überholen.» 

Gwénolé Gahinet: «Wir wären gerne vor dieser Front geblieben, um von guten Verhältnissen auf dem Meer profitieren zu können. Wir wussten aber, dass dies schwierig werden würde. Obwohl Alan derzeit hinter besagter Front segelt, hat er immer noch starken Wind von etwa 32 Knoten. Das erlaubt es ihm, gut vorwärts zu kommen.» 

Der Rückstand: 137,7 Meilen sind nicht viel

Gwénolé Gahinet: «Ich verlasse mich nie auf Zwischenzeiten, sondern nur auf die Zeit im Ziel. 2013 hatte Rekordhalter Marc Guillemot ein gutes Wetterfenster zu Beginn der Überfahrt. Danach wurden die Verhältnisse für ihn aber komplizierter, er musste einige Manöver einleiten. Die Schlussphase ist vermutlich der Schwachpunkt in Marcs Rekordfahrt. 137,7 Meilen Rückstand ist noch nicht viel – wir bleiben zuversichtlich.»  

Sébastien Audigane: «Alan ist nicht auf dem kürzesten Weg wie Marc es vor sechs Jahren war, aber das ist noch vorgesehen. Gwénolé ist zuversichtlich, also bin ich es auch.» 

Der Skipper: Roura hält sich nach harter Nacht wacker 

Gwénolé Gahinet: «Alan befindet sich in einer recht komplizierten Situation mit hohem Seegang von etwa 3,70 m hohen Wellen. Er wird ziemlich durchgeschüttelt, aber er hält sich wacker. Sowohl der Skipper als auch das Boot können ihr Potential voll ausschöpfen.»

Sébastien Audigane: «Die Nacht war hart für Alan, denn es herrschten unregelmässige Windverhältnisse zwischen 10 und 40 Knoten. Das ist vor allem physisch eine schwere Situation, aber Alan gibt nie auf und das, was er derzeit leistet, ist enorm. Er muss ziemlich müde sein, denn er hat sich die ganze Nacht mit seinen Segeln und dem Wetter beschäftigt. Für mich ist er der Held des Tages !» 


Foto © Alan Roura / La Fabrique - 12. Juli 2019