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La Fabrique auf Vendée Globe-Kurs

28.05.2020


Ende Mai 2020 wurde die IMOCA zu Wasser gelassen – eine IMOCA, die bereit ist, sich zum vierten Mal den Meeren zu stellen. Nach drei Monaten in der Werft und acht zusätzlichen Wochen im Lockdown im Hangar von Lorient ist Alan Rouras Einrümpfer endlich wieder in seinem Element.

Die 60 Fuss lange La Fabrique gehört dem Schweizer Skipper seit 2017. Drei Winterüberholungen später ist sie nun bereit für eine erneute Weltumrundung und die neunte Vendée Globe. Alan Roura hatte das Boot, das früher unter dem Namen MACSF segelte, von Bertrand de Broc übernommen, nachdem dieser die Vendée Globe 2016 abgebrochen hatte. Darauf folgte als erstes eine Express-Überholung. Anfang 2018 nach sechs Monaten an Bord und um die Erfahrung der Transat Jacques Vabre reicher, beschloss Alan Roura, das Boot grundlegend umzubauen und die neusten Foils anzubringen. 2019 lag der Schwerpunkt der Arbeiten auf der Optimierung des Segelplans und der Ballaste, bevor 2020 dann die Zuverlässigkeit und die Innenraumergonomie in Angriff genommen wurden – alles unerlässlich für eine Einhand-Weltumsegelung. 

«Check and refit»

So wurde jede noch so kleine Komponente demontiert, revidiert, analysiert, repariert und bei Bedarf ersetzt. Ob Struktur, Anhängsel, Beschläge, Takelage, Hydraulik, Rollen, Elektronik oder Elektrik: Das gesamte, 18.28 Meter lange Boot wurde auf Herz und Nieren geprüft. Segel, Trimmsystem sowie Spritzwasserverdeck des Cockpits wurden weiter verbessert. Mit seiner neuen Rumpfbemalung aus dem Hause «100 pour cent», einer Schweizer Agentur, wird das Know-how der Cornu-Gruppe noch besser sichtbar gemacht. 

«Kein Vergleich zu 2016»

Im Gegensatz zu seiner ersten Solo-Weltumrundung blickt Alan Roura gelassen auf seine zweite Teilnahme. Vor vier Jahren konnte er vor allem dank seinem Improvisationstalent an den Start gehen, nach nur gerade elf Monaten eiligster Vorbereitung und ohne zu wissen, worauf er sich einliess. 2020 kann der junge Schweizer auf ein Team von Technik-Profis zählen, hat ein konstantes Budget und kann von den Erfahrungen profitieren, die er in den letzten vier Jahren mit seinem Boot gesammelt hat. «Superbigou war zwar ein zuverlässiges Boot, aber wir hatten damals weder die Zeit, es auf mich abzustimmen, noch, seine Leistung zu optimieren», gibt der 27-jährige Skipper zu. «Die La Fabrique kann hingegen 2020 ihr Potenzial voll ausschöpfen, denn wir haben uns für ein langfristiges Projekt entschieden, bei dem alles speziell auf mich ausgerichtet wurde. Einige Beispiele: So diente ihm im Innenraum 2016 ein simpler Hocker als Bett. Heute verfügt er über eine richtige Schlafzone. Vor vier Jahren nahm er alle ihm zur Verfügung stehenden Segel mit an Bord, einige neu, die meisten davon gebraucht. Heute verfügt er über einen kompletten, von ihm selbst konzipierten Satz Segel. Damals lernte er den Umgang mit seiner ersten Rennmaschine quasi «on the job», während der Regatta. Heute beherrscht er sein 60-Fuss-Boot bis ins letzte Detail. Die IMOCA aus dem Jahr 2007 ist zwar weniger schnell als die Boote der neusten Generation. Ihr Skipper ist jedoch in der Lage, mehr als 100 % Leistung aus ihr herauszuholen. Und genau das wird möglicherweise den Unterschied ausmachen.

Fotos

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Foto © Christophe Breschi / La Fabrique Sailing Team



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