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Neue Foils und eingewassert: La Fabrique ist bereit

16.07.2018

Im Beisein mehrerer Projektpartner hat Skipper Alan Roura am Montag die IMOCA La Fabrique wieder zu Wasser gelassen. Das generalüberholte Boot präsentiert sich in neuem Kleid. Hauptattraktion: die topmodernen Foils und eine Besonderheit. 

Seit Montag, 16. Juli, ist die La Fabrique wieder im Wasser. Das IMOCA-Boot des Schweizer Skippers Alan Roura wurde am frühen Morgen in Lorient enthüllt. Für Roura und sein Team ein bewegender Moment: Während fünf Monaten wurde das 60-Fuss-Boot mit Baujahr 2007 generalüberholt und im Hinblick auf die Route du Rhum Ende 2018 und die Vendée Globe 2020 radikal verändert. Je nach Segelkurs sowie Wind- und Meeresbedingungen ist die La Fabrique künftig um 10 bis 20 Prozent schneller.

Ein Boot nach Mass

Die Segelkoje (hier werden die Segel verstaut) wurde vollständig erneuert und das Cockpitverdeck mit einer leichten, textilen Struktur ergonomisch optimiert – beides spart Gewicht. In neuem Kleid präsentiert sich auch das Deck. Ausrüstung, Leinenübertragungswege, Relingstützen, Fussraster und Cockpiteinrichtung wurden nach Rouras Bedürfnissen gestaltet, was flüssige Bewegungsabläufe ermöglicht. Unangetastet blieben einzig der Unterdeckbereich und die Ballaste.

Prunkstück mit besonderer Funktion

Neues Prunkstück der La Fabrique sind aber die Flügel: C-förmige Foils mit gekrümmten Shafts, die durch das Deck austreten und sich nicht ganz am Bootsrumpf anlegen lassen. Eine «Off»-Position gibt es so nicht mehr, was einer der Wünsche von Alan Roura an die Adresse der Schiffarchitekten von Finot-Conq war. Der Effekt: eine Leistungssteigerung in allen Kursen, auch in jenen hart am Wind. Ausserdem lassen sich die Foils von vorne nach hinten verschieben. Diese Funktion möglich gemacht hat eine Änderung bei der Vendée Globe 2020 – variable Anstellwinkel in der IMOCA-Klasse sind dann erlaubt.

Ran an die Arbeit, ab aufs Meer

Die Besonderheit bei den Flügeln verlangt Roura künftig viel ab, er wird akribisch feinjustieren müssen. Doch das ist gewollt: «Als wir die definitiven Pläne von Finot-Conq und Hydrodynamiker Michel Kermarec gesehen haben, wussten wir, ‹das ist es›», sagt Alan Roura. «Ich weiss, worauf ich mich eingelassen habe.» Nun gilt es, erste Erfahrungen mit dem neuen Boot zu sammeln. Für Alan Roura und sein Team bedeutet das: ran an die Arbeit und ab aufs Meer. 

Das haben sie gesagt:

Alan Roura, Skipper La Fabrique: «Es ist genial. Das Schiff hat seine Linien der Zeit gefunden. Genauso hatte ich es mir vorgestellt. Auch mit Flügel ist das Boot nicht schwerer als vorher, unser Ziel wurde erreicht. Das Team hat tolle Arbeit geleistet. Wir können es fast nicht erwarten, bis wir navigieren können.»

Cyril Cornu, Marketingleiter von La Fabrique: «Die Einwasserung ist wie eine Belohnung. Es ist schön, Alan und sein Team so zufrieden zu sehen. Der Abschluss dieser Arbeiten ist ein wichtiger Etappensieg auf unserem Weg zur Vendée Globe 2020. Als Hauptpartner ist es wichtig, hier dabei zu sein.»



Kommt Zeit, kommt Foil

Die Wiedereinwasserung der IMOCA La Fabrique hätte perfekt werden können: strahlender Sonnenschein, zahlreiche geladene Gäste und Interessierte, jeder Handgriff sitzt. Nicht berechenbar waren jedoch die unvermeidlichen Risiken, die umfangreiche Arbeiten im Segelsport bergen: Wegen eines Kalibrierungsfehlers des mit der Produktion der Karbonstäbe der Foils beauftragten Herstellers verzögert sich die Lieferung des Steuerbordfoils um mehrere Wochen. Alan Roura liess sich davon nicht beirren. Er hat mit seinem Team und seinen Partnern entschieden, die La Fabrique auch mit nur einem Flügel zu wassern. Der IMOCA-60-Zertifizierung steht aber nichts im Weg. Dasselbe gilt für die Teilnahme an den Regatten und Qualifikationsläufen für die Route du Rhum. 




© Christophe Breschi / La Fabrique Sailing Team



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